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Verfallsdatum für den Führerschein, aber nicht für die Gesundheit

Nach dem Willen der EU soll der Führerschein künftig eine Gültigkeit von 15 Jahren haben. Das ist keine neue Erfindung der Bundesregierung, wie man meinen könnte, sondern die Konsequenz aus einer EU-Richtlinie von 2006, wonach es europaweit einheitliche Führerscheindokumente geben soll. Und eben jene Richtlinie muss die Bundesregierung bis nächstes Jahr durchsetzen.

Besonders hervorgehoben wir dabei, dass es keine neue Fahrprüfung, aber auch keinen Gesundheitscheck brauche, um den Führerschein verlängern lassen zu können. Die große Aufregung, die aber durch unser Land zieht, ist die Tatsache, dass man alle 15 Jahre Gebühren für einen verlängerten Führerschein bezahlen muss.

Auf die Frage, warum es in Deutschland eigentlich keine regelmäßigen Gesundheitsuntersuchungen für Autofahrer gäbe, antwortete der ADAC gestern in einem Bayern3-Interview, dass deutsche Senioren ohnehin nur marginal in der Unfallstatisitk verzeichnet wären und man als deutscher Autofahrer sowieso zum regelmäßigen Gesundheitscheck verpflichtet sei. – Schade nur, dass das so wenige wissen.

Warum sträuben wir uns eigentlich derart gegen regelmäßige Untersuchungen, die die Fahrtauglichkeit überprüfen sollen? Es mag zwar sein, dass es in der Tat nur verhältnismäßig wenige Menschen in Deutschland gibt, die ihren Führerschein wirklich abgeben sollten, allerdings ist jeder bspw. Depressiv-Suizidgefährdete mit ‘Lappen’ ein Autofahrer zu viel unseren Straßen. Auch ist man gerne erstaunt darüber, dass sie auf einmal eine Brille bräuchte, obwohl man die letzten 20 Jahren doch gar nicht zum Augenarzt hat gehen müssen. Und natürlich ist der Führerschein gerade für Senioren ein Stück Freiheit und Lebensqualität.

In einem Volk mit 82 Millionen Bürgern sollte das Gemeinwohl aber dennoch Priorität genießen. Die Umsetzung dieser Richtlinie wäre der richtige Zeitpunkt gewesen, Nägel mit Köpfen zu machen.

Sich über die anfallenden Gebühren aufzuregen, halte ich indess für ziemlich lächerlich. Wir reden hier schließlich nicht von horenden Summen, die man aufbringen muss, insbesondere dann, wenn man diese auf 15 Jahre verrechnet. Leider fahren heute noch weitaus genug Menschen mit einem grauen Führerschein durch unser Land, deren Bild rein gar nichts mehr mit den zu tun hat, wie der Inhaber heute tatsächlich aussieht. Gerade bei Reisen ins Ausland kann dies durchaus zum Hindernis und nicht billigen Umstand für die örtliche Justiz werden.

Die Bundesregierung hat eine Chance verpasst, für zumindest etwas mehr Sicherheit auf unseren Straßen zu sorgen. Gerade aber die Senioren und Führerscheininhaber sind eine zu starke und bedeutende Wählergruppe, als dass man diese derart aufs Spiel setzen könnte.

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