DIE GRÜNEN befinden sich im Aufwind und haben stellenweise mehr Zuspruch in den Sonntagsfragen als die Sozialdemokraten. Man sieht sich auf Augenhöhe mit der SPD und immer mehr als Volkspartei. Jürgen Trittin, so scheint mir, träumt wohl zwischenzeitlich von der Kanzlerschaft.
DIE GRÜNEN haben es geschafft, populäre Protestaktionen gegen Stuttgart21 und die Castor-Transporte für sich zu nutzen. Gerade bei den den Castor-Transporten ließen sich bizarre Szenen beobachten:
- Grüne Politiker wie Claudia Roth, Cem Özdemir oder eben dem Traumkanzler Jürgen Trittin lassen sich zusammen mit dem Fraktionschef der LINKEN, Gregor Gysi vor den Demonstranten fotografieren. Beinahe zeitgleich wird ein Polizeipanzer angezündet – mit den Polizisten drin.
- Einzelne anderegrüne Politiker nehmen an Protestaktionen teil und übernachten als “friedliche Demonstranten” auf den Schienen, über die die Castoren rollen sollen. Spätestens seit der vielfach kritisierten Aktion des Bundestagsvizepräsidenten Wolfgang Thierse sollte man wissen, dass sich solche Teilnahme für Politiker nicht unbedingt ziemen.
- Bei der Diskussionsrunde von Markus Lanz lässt sich Claudia Roth nur mühsam aus der Nase ziehen, dass ihre Partei lediglich zu friedlichen Protesten aufgerufen hätte. Die Frage lautete allerdings, ob sich DIE GRÜNEN von (illegalen) Gewaltaktionen distanzieren würden. Zumindest Claudia Roth tat das nicht.
Im Gegenteil die gewalttätigen Ausschreitungen werden sogar noch indirekt in Schutz genommen und die Causa dafür der Bundesregierung zugeschoben. Mehr als 24 Stunden waren die Polizisten teilweise im Einsatz und körperlich am Ende. Es ist aber nicht die Bundesregierung, die den Ordnungshüter förmlich fertig macht, sondern es sind diejenigen, die Steine werden, Autos (mit Menschen) anzünden oder eben die Polizisten von jeglicher Versorgung abschneiden.
Allerdings scheint Claudia Roth das Thema Castor tatsächlich schlaflose Nächte zu bereiten. Sie hatte bei der besagten Diskussionsrunde die gleichen Klamotte an, wie nur einen Tag später in der Bundestagsdebatte.
Nach wie vor erfährt man aus den Reihen ihrer Partei keinerlei Alternativ-Vorschläge und vernimmt förmlich nur Gemotze. Offenbar haben ihre Kollegen in den vergangenen fünf Jahren in der Opposition das Regieren bereits wieder verlernt und so bleibt die größte inhaltliche Errungenschaft der GRÜNEN nach wie vor das Dosenpfand und die dunkle Erinnerung an einen grandiosen Außenminister Joschka Fischer.
DIE GRÜNEN haben sich in den letzten Wochen in Stuttgart und beim Castor gut verkaufen können. Mehr nicht. Ihren Höhenflug wird die Partei aber nicht halten können, wenn sie nicht bald mit wirklichen inhaltlichen Alternativen anbieten.


